Das im Jahr 2025 neu gegründete Wolfsrudel im Territorium Waldkappel kann nun vollständig zugeordnet werden. Durch einen genetischen Nachweis eines Welpen ist es gelungen, die Mutter des Rudels eindeutig zu identifizieren. Zuvor konnten bereits mindestens zwei Welpen auf Grund von Fotofallenaufnahmen bestätigt werden.
Im Mai hatte eine Fotofalle des Wolfszentrums Hessen eine Fähe mit Gesäuge aufgenommen. Dieser Nachweis bestätigte die Reproduktion und führte dazu, dass das seit dem letzten Jahr wieder besetzte Territorium Waldkappel offiziell den Status eines Rudels erhielt. Als Vater des Rudels konnte der Rüde GW2571m identifiziert werden, der seit dem Monitoringjahr 2022/2023 in Hessen als sesshaft gelistet ist. Er wechselte im vergangenen Jahr von seinem bisherigen Territorium Spangenberg in das zu dem Zeitpunkt unbesetzte Gebiet Waldkappel.
Fähe des Rudels steht nun fest
Die Identität der Fähe, die auf den Aufnahmen zu sehen war, blieb zunächst unklar. Mitte Oktober meldete eine aufmerksame Bürgerin dem Wolfszentrum Hessen eine wolfstypische Losung in der Gemeinde Hessisch Lichtenau. Die genetische Untersuchung durch das Senckenberg Institut für Naturforschung ergab den Nachweis eines Welpen, der die Kennung GW5190m erhielt. Als Vater wurde der Rüde GW2571m bestätigt.
Bereits im April 2024 war in der Region um Waldkappel die aus Niedersachsen stammende Fähe mit der Kennung GW3587f durch mehrere genetische Nachweise auf Grund von Losungsfunden festgestellt worden. Ein weiterer genetischer Nachweis folgte im Juli 2025 an einem Wildtierriss und erhärtete den Verdacht, dass es sich um die Mutter des Rudels handeln könnte. Das Wolfszentrum Hessen gab den Vergleich der Genetikproben von Fähe und Welpe in Auftrag und ließ prüfen ob GW3587f die Mutter des nachgewiesenen Welpen ist. Diese Zuordnung wurde nun durch das Labor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung eindeutig bestätigt.
Somit stehen die Elterntiere des Rudels aus dem Territorium Waldkappel mit dem Rüden GW2571m und der Fähe GW3587f fest.
Das Wolfszentrum Hessen wird die Entwicklung des Rudels weiterhin beobachten.
Was ist ein Wolfsterritorium?
Ein Wolfsterritorium ist ein klar abgegrenztes Gebiet von 150-350 Quadratkilometern, das von einem oder mehreren Wölfen über einen längeren Zeitraum genutzt wird. In Hessen wird regelmäßig überprüft, in welchen Regionen Wölfe für eine Mindestdauer nachweisbar sind. Dabei helfen genetische Nachweise oder aussagekräftige Fotos. Im Falle eines Rudels ist zudem die Fortpflanzung ein entscheidendes Kriterium.
Weitere Informationen und Kontakt
Sofern neue Informationen vorliegen, finden Sie diese auf unserer Homepage unter www.wolfszentrum.hessen.de/aktuelle-meldungen-und-wichtige-informationenÖffnet sich in einem neuen Fenster.
Das Wolfszentrum Hessen (WZH) ist die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen und Meldungen zum Thema Wolf in Hessen. Es erfasst und bewertet Sichtungen, Spuren, Kotfunde und Rissereignisse, bei denen der Verdacht auf die Beteiligung eines Wolfes besteht, und führt das hessische Wolfsmonitoring durch.
Jeder Bürger kann das Monitoring aktiv unterstützen, indem er Wolfsbeobachtungen sowie Hinweise auf verendete Wild- und Nutztiere mit Verdacht auf Wolfsbeteiligung meldet.
Wir empfehlen allen Weidetierhaltern, die Wolfhotline des Wolfszentrum Hessen direkt in ihr Handy zu speichern, um im Falle eines Rissvorfalls schnell und unkompliziert den richtigen Ansprechpartner zu kontaktieren. So können Missverständnisse und Verzögerungen vermieden werden.
Kontaktmöglichkeiten:
Rissverdacht bei Nutztieren oder Wildtieren:
Wolfshotline: 0611 32 57 2000 (Mo bis Fr, 8–16 Uhr)
Außerhalb der Sprechzeiten: Bitte kontaktieren Sie ehrenamtliche Wolfsberater aus Ihrer Region. Eine Liste mit Kontaktdaten finden Sie unter:
https://wolfszentrum.hessen.de/wolf-und-nutztiere/nutztierschaden-meldenSichtungenÖffnet sich in einem neuen Fenster und allgemeine Hinweise:
Online-Meldeportal:
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Achtung vor unzuverlässigen Informationen
Wir erhalten zunehmend Berichte über Gruppen auf sozialen Plattformen, die Informationen zur Wolfssituation verbreiten. Leider basieren viele dieser Informationen auf unzuverlässigen Quellen und enthalten häufig falsche oder irreführende Inhalte. Teilweise werden Vermutungen als gesicherte Fakten dargestellt oder gezielt falsche Informationen verbreitet.
Wir weisen zudem darauf hin, dass Social-Media-Plattformen keine offiziellen Meldestellen für Wolfshinweise oder Rissereignisse sind. Es besteht keine Verbindung zwischen dem Wolfszentrum Hessen zu privat betriebenen Social-Media-Gruppen. Meldungen über soziale Medien werden nicht in das offizielle hessische Wolfsmonitoring aufgenommen und begründen keinen Anspruch auf Billigkeitsleistungen bei Nutztierschäden. Wir ermutigen alle Beteiligten und interessierten Bürger, Informationen aus Social Media stets kritisch zu hinterfragen und sich nicht von unbewiesenen Behauptungen beeinflussen zu lassen. Es ist entscheidend, auf verlässliche Quellen zurückzugreifen und sich nicht durch Falschinformationen instrumentalisieren zu lassen.
Wir danken allen Bürgern für Ihre Unterstützung im verantwortungsbewussten Umgang mit Wolfshinweisen in Hessen.