Naturschutzgebiet

Information zu Holzarbeiten im Naturschutzgebiet Glockenbuckel

Seit dem 05.02.2026 finden im Naturschutzgebiet Glockenbuckel Holzfällarbeiten statt. Hierzu möchte Sie das Forstamt Lampertheim informieren:

Bei dem Naturschutzgebiet Glockenbuckel handelt es sich um einen seltenen Sandtrockenrasen-Standort. Aus eiszeitlichen Dünen entstanden, ist der Sandtrockenrasen ein sehr nährstoffarmer Standort, der sich im Sommer stark aufheizen kann. Aus diesen Gründen ist die Vegetation lückig und niederwüchsig. 
Auf dem Sandtrockenrasen siedeln sich standortsangepasste Arten an, welche die Besonderheit des Standortes spezialisieren. Die dort vorkommenden Gräser sind sehr lichtbedürftig und meist kurzlebig, wie die Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides) oder die Steppenwolfsmilch (Euphorbia seguieriana). Vögel, die offene Landschaften als Brut und Jagdhabitate bevorzugen, wie der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus), siedeln sich ebenfalls am Glockenbuckel an.

Nun ist es unsere Aufgabe, das Habitat dieser Arten und den Standort an sich am Glockenbuckel zu erhalten, bzw. zu verbessern! Im Bereich des Sandtrockenrasens hat sich ein aufkommender Kiefernbestand etabliert, der zu einer unerwünschten Veränderung der standorttypischen Bedingungen führt. Durch die zunehmende Nadelstreu und die damit verbundene Humusbildung wird der ursprünglich nährstoffarme, trockene Charakter des Biotops schrittweise überprägt. Dies beeinträchtigt die, für den Sandtrockenrasen charakteristischen Offenlandstrukturen und gefährdet dessen naturschutzfachlich wertgebende Eigenschaften. Um die charakteristischen Standortbedingungen zu erhalten und die Offenlandstrukturen zu sichern, wird der aufkommende Kiefernbestand daher sukzessive aufgelichtet. 
Von dieser Maßnahme profitieren zudem verschiedene gefährdete Arten, darunter insbesondere unser Artenpate, der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus). Diese Art ist auf weitgehend freie Jagdschneisen und offene Bereiche angewiesen, nutzt jedoch gleichzeitig niedrige, waagerecht verlaufende Äste einzelner Kiefern als Ruhe‑ und Ansitzstrukturen. Die Reduktion des Kiefernbestandes trägt somit unmittelbar zur Verbesserung der Habitatqualität für den Ziegenmelker bei und unterstützt die Erhaltung seiner lokalen Population.

Diese Eingriffe folgen dem Prinzip „Schutz durch Nutzung“: Nicht jedes Schutzgebiet erhält seinen besonderen Charakter allein durch Nichtstun. Durch gezielte Pflege werden seltene Arten gefördert und der Erhalt des Lebensraums gesichert. Darum werden wir uns auch in Zukunft bemühen, den Glockenbuckel als Sandtrockenrasen zu erhalten.

Wir bedanken uns herzlich für Ihr Verständnis und laden Sie herzlich ein, durch die vorhandenen Infotafeln, den Glockenbuckel näher kennenzulernen.

 

Bei weiteren Fragen steht ihnen das Forstamt gerne zur Verfügung!

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