Die neuen Forstwirtschaftsmeister und Forstwirtschaftsmeisterinnen mit ihren Meisterbriefen. Daneben Das Team des Forstamtes mit Dr. Hendrik Horn. Im Hintergrund Staatssekretär Köfer.

Der hessische Wald hat 15 neue Forstwirtschaftsmeister

In einem feierlichen Rahmen erhielten die Forstwirte am FBZ in Weilburg ihre Meisterbriefe überreicht.

Von Dr. Andreas Böttig

Nach vielen Unterrichtsstunden, langen Lernphasen und zahlreichen Prüfungen konnten nun 15 neue Forstwirtschaftsmeister am Forstlichen Bildungszentrum (FBZ) in Weilburg voller Stolz ihre Meisterbriefe in Empfang nehmen. In mehreren Lehrgangsblöcken bei „HessenForst“ hatten sie über 14 Monate ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt und die notwendigen Qualifikationen für den Erhalt des Meisterbriefs erworben.

Wie bedeutend der Anlass war, dokumentierte sich in der Anzahl der Gäste, die der Verabschiedung beiwohnten, darunter Staatssekretär Daniel Köfer vom Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) sowie Dr. Bernhard von Finckenstein, der Landesbetriebsleiter von „HessenForst“. Zahlreiche Lehrkräfte, Mitlieder des Prüfungsausschusses und Personalratsvertreter waren ebenso gekommen, wie Familienangehörige und Freunde, um den frisch gebackenen Forstwirtschaftsmeistern einen würdevollen Rahmen für die Überreichung ihrer Urkunden zu bieten.

Doch wie dicht Freud und Leid oft beieinander liegen, zeigte sich daran, dass einer der Absolventen des Meisterlehrgangs kurze Zeit vor dem Lehrgangsende plötzlich und unerwartet verstorben war. Ihm wurde im Rahmen der Verabschiedung gedacht und so war die Freude über den erfolgreichen Abschluss nicht ungetrübt.

Dr. Hendrik Horn, der Leiter des FBZ, nutzte die Eröffnung, um allen Institutionen und Beteiligten zu danken, die zum erfolgreichen Abschneiden der Lehrgangsteilnehmer beigetragen haben, dem Prüfungsausschuss, den Lehrkräften der Wilhelm-Knapp-Schule (WKS) Weilburg, mit der das FBZ im Rahmen der Meisterausbildung kooperiert, den Lehr- und Ausbildungskräften des Forstlichen Bildungszentrums und den Mitarbeitern der Verwaltung, die an der Organisation der Prüfung beteiligt waren.

Gleich im Anschluss an die Eröffnungsansprache erhielten die Absolventen ihre Meisterbriefe. Als Würdigung für seine besonderen Leistungen bekam Julius Eckhardt-Eiff, der seine Prüfung mit der Durchschnittsnote 1,66 abgeschlossen hat, als Lehrgangsbester von Dr. Bernhard von Finckenstein eine gravierte Forstaxt als Anerkennung überreicht.

„Dies ist ein Tag der Honorierung!“, betonte Daniel Köfer in seiner Laudatio und würdigte die herausragenden Leistungen der Absolventen, die dabei ihr Durchhaltevermögen unter Beweis gestellt hätten. Der erfolgreiche Abschluss sei „ein Zeichen Ihres Einsatzes für die Forstwirtschaft“, unterstrich der Staatssekretär. Der Erwerb des Meisterbriefes bedeute die Übernahme von Verantwortung für die Ausbildung und damit für den Fortbestand des Forstwirtberufes, hob Daniel Köfer hervor und ergänzte: „Sie sind das Rückgrat für die Erhaltung unserer Wälder!“ Besonders rückte er noch einmal den Arbeitsschutz und die Arbeitssicherheit in den Blickpunkt, die im Forstwirtberuf von immanenter Bedeutung sind.

„Herzlichen Glückwunsch an Sie alle zur bestandenen Meisterprüfung. Sie haben in den vergangenen Monaten enormes geleistet und können mit Recht und stolz auf sich sein.“ Dr. Bernhard von Finckenstein wandte sich direkt an die erfolgreichen Absolventen und bilanzierte: „Hinter Ihnen liegen intensive Lehrgangswochen, Prüfungsstress, lange Phasen fern von Familie und Freunden und die Herausforderung, nach einigen Jahren der Praxis wieder die Schulbank zu drücken.“ Dafür zollte der Landesbetriebsleiter von „HessenForst“ den Lehrgangsteilnehmern Respekt und Anerkennung. Doch der Aufwand habe sich gelohnt. „Mit der Meisterausbildung haben Sie Ihr theoretisches Fachwissen und Ihr praktisches Können auf ein neues Niveau gehoben. Mit Ihrer Qualifikation tragen sie zukünftig dazu bei, dass die vielfältigen und anspruchsvollen Aufgaben in unseren Forstbetrieben qualitativ noch besser erfüllt werden können“, unterstrich Dr. Bernhard von Finckenstein. Die Verleihung der Meisterurkunde beinhalte aber auch einen Perspektivwechsel, fuhr er fort, „vom Ausführenden hin zur Führungskraft, die Arbeit organisiert, Prioritäten setzt und Teams zusammenhält“.

„Heute wird Ihnen nicht nur eine Urkunde verliehen, heute erhalten Sie einen Titel, der eine jahrhundertealte Tradition trägt: den Titel Meister.“ Andreas Bader, der für den Forstbereich zuständige Abteilungsleiter der Wilhelm-Knapp-Schule, hob die Bedeutung des Anlasses hervor. Historisch sei der Meister derjenige, der sein Handwerk so gut beherrschte, dass er es weitergeben konnte. „Meister sein heißt: Vorbild sein, Lehrer sein, Führung übernehmen, Wissen weitergeben, Werte vermitteln - und zwar nicht nur im Gespräch, sondern jeden Tag im Wald, in der Mannschaft, im Betrieb“, meinte Andreas Bader. Gerade im Forst bedeute Meisterschaft, die Natur zu lesen wie ein Buch, die Zeichen zu erkennen, bevor andere sie sehen, und praktische Erfahrungen mit wissenschaftlichem Verständnis zu verbinden. „Sie treffen Entscheidungen, deren Auswirkungen oft erst in Jahrzehnten sichtbar werden. Diese besondere Mischung aus Handwerk Naturverständnis und Verantwortung macht den Meistertitel in der Forstwirtschaft so wertvoll - und so anspruchsvoll“, bilanzierte der Abteilungsleiter.

„Der Meistertitel ist weit mehr als ein Abschluss oder ein Stück Papier. Er steht für Qualität, Verantwortung und Engagement. Er ist das Ergebnis harter Arbeit, vieler Lernstunden und praktischer Erfahrung.“ Lana Dieckerhoff gratulierte als stellvertretende Vorsitzende des Hauptpersonalrats des HMLU zur bestandenen Prüfung. Hohe körperliche Belastung, steigende Anforderungen an Arbeitssicherheit, Zeitdruck und die spürbaren Folgen des Klimawandels, seien Herausforderungen, mit denen man in der Forstwirtschaft täglich konfrontiert sei. Umso wichtiger sind daher gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte, die nicht nur fachlich stark sind, sondern auch Verantwortung übernehmen, betonte die Personalratsvertreterin und ergänzte: „Mit dem Meisterbrief übernehmt ihr genau diese Rolle. Ihr seid künftig Bindeglied zwischen Praxis und Führung, zwischen Waldarbeit, Verwaltung und Betriebsleitung. Ihr organisiert Arbeit, tragt Verantwortung für Sicherheit, Ausbildung und Teamführung - und habt damit großen Einfluss auf den Arbeitsalltag im Wald.“

„Verlassen Sie die ausgetretenen Pfade und gehen Sie eigene Wege“, riet Forstwirtschaftsmeister Harry Trube, der die Grüße und Glückwünsche des Gesamtpersonalrats vom Landesbetrieb „HessenForst“ überbrachte, den frisch gebackenen „Jungmeistern“ bildhaft. Es sei wichtig, nicht nur das zu wiederholen, was andere gesagt haben, sondern den eigenen Weg zu finden und Aussagen kritisch zu hinterfragen. Nur wenn man sich im Wald verlaufen habe, sei es besser, auf den ausgetretenen Pfaden zu bleiben, ergänzte er schmunzelnd. Und wenn man doch einmal stolpert, solle man aufstehen, den Schmutz abklopfen und weitergehen, blieb Harry Trube bei seiner bildhaften Darstellung. „Versuchen Sie Fehltritte zu vermeiden, Angst vor Unfällen ist nicht das Schlechteste“, rückte der Personalratsvorsitzende noch einmal die Bedeutung der Arbeitssicherheit in den Blickpunkt.

„Liebe neue Meister, ich habe mich gefreut, euch, die ich in den meisten Fällen schon während eurer Ausbildung begleiten durfte, nun auch hierher auf diesem Weg zu unterstützen.“ Christian Reiter, der amtierende Vorsitzende des Prüfungsausschusses, kannte viele der neuen Forstwirtschaftsmeister schon aus der Zeit ihrer Ausbildung zum Forstwirt und zeigte sich erfreut, dass diese nun den nächsten Schritt gegangen sind. „Bitte nehmt eure Verantwortung wahr. Loyalität bedeutet nicht, die eigene Meinung aufgeben zu müssen. Bringt Euch ein, zum Wohl des Waldes, zum Wohl der Menschen und Eurer Betriebe, respektvoll und konstruktiv, gab er ihnen als Ratschlag mit auf den Weg.

„Wissen ist ein Schatz, der seinen Besitzer überallhin begleitet“, zitierte Dr. Hendrik Horn eine chinesische Weisheit. Der Leiter des FBZ zeigte sich erfreut, über das erfolgreiche Abschneiden der Lehrgangsteilnehmer und hob die Bedeutung von Bildung und Fortbildung hervor, insbesondere in einer Zeit, in der das Wissen von heute oft schon nach wenigen Jahren überholt ist und lebenslanges Lernen immer mehr ins Zentrum rückt. „Ich kann Ihnen aus Erfahrung sagen, nicht das Lernen hat ein Ende, sondern die Art der Lehre“, betonte Hendrik Horn. Er unterstrich noch einmal die Bedeutung eines Handwerksmeisters. Dieser sei eine Respekts- und Führungsperson unserer Gesellschaft, trage aber auch Verantwortung für sein Team - insbesondere in einem Beruf, der viele Gefahren mit sich bringt - und habe eine Vorbildfunktion.

„Diese letzten 14 Monate waren eine sehr spannende und erfahrungsreiche Zeit. Wir wurden gefordert und haben uns in gleich zwei Projekten ordentlich auf den Zahn fühlen lassen. […] Fachlich und persönlich durften wir viele neue Erfahrungen sammeln und Herausforderungen meistern.“ Julius Eckhardt-Eiff erinnerte als Sprecher der frischgebackenen Forstwirtschaftsmeister an die Zeit der Fortbildung und brachte dabei auch manche persönliche Anekdote zur Sprache. Sein Dank galt den Ausbildenden, die die Lehrgangsteilnehmer auch weit über das Fachliche hinausgehend betreut und unterstützt haben, aber auch für die Unterstützung seitens der Familien und Freunde dankte er. „Ich hoffe, ihr seid alle genauso erleichtert und voller Vorfreude auf die uns erwartenden Aufgaben wie ich. Lasst uns unserer Verantwortung und unseren vielfältigen meisterlichen Ansprüchen gerecht werden“, schloss er seine Dankesrede.

Im Anschluss daran überreichten die Absolventen eine gravierte Holztafel sowie einen Obstbaum als Geschenk an das FBZ, der auf dem Gelände als bleibende Erinnerung an den Forstwirtlehrgang gepflanzt werden soll.

 

Ihren Meisterbrief zum Forstwirtschaftsmeister erhielten: Nils Battermann, Goldhausen (Waldeckische Dominalverwaltung), Daniel Deisinger, Heidenrod - Huppert (Gemeinde Heidenrod), Julius Eckhardt-Eiff, Heppenheim (Forstamt Darmstadt), Julian Eiffert, Alsfeld (Forstamt Romrod), Jonas Fritz, Hadamar (Forstamt Dornburg), Jonathan Jericho, Willingshausen (Forstamt Romrod), Marc Katzenmeyer, Hammelbach (Forstamt Michelstadt), Gino Juliano August Mattern, Fronhausen (Gemeinde Buseck), Felix Muth, Bad Camberg (Magistrat der Stadt Bad Camberg), Niklas Ofenstein, Offenbach (Stadt Frankfurt am Main, Grünflächenamt), Leonard Ost, Bad Camberg (Forstamt Königstein), Lucas Siegert, Willingen (Waldeckische Dominalverwaltung), Jens Stangl, Langenselbold (Forstamt Hanau - Wolfgang), Henrik Umbach, Edermünde (Forstamt Melsungen) und Lukas Valentin, Bischoffen (Forstamt Kirchhain).

Landesbetriebsleiter Dr. Bernhard von Finckenstein überreicht die Forstaxt für den Jahrgangsbestenan Julius Eckhardt-Eiff.
Landesbetriebsleiter Dr. Bernhard von Finckenstein überreicht die Forstaxt für den Jahrgangsbesten an Julius Eckhardt-Eiff.
Staatsekretär Daniel Köfer (links) überreicht im Beisein des Leiters des FBZ, Dr. Hendrik Horn (Mitte) den Meisterbrief an Julius Eckhardt-Eiff (rechts).
Staatsekretär Daniel Köfer (links) überreicht im Beisein des Leiters des FBZ, Dr. Hendrik Horn (Mitte) den Meisterbrief an Julius Eckhardt-Eiff (rechts).

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