Ein Kameramann, Forstminister Jung, Direktor des Landesbetriebes Dr. v. Finckenstein und der Forstamtsleiter Rüdesheim Jan Stetter stehen vor Vortragspostern und erläutern die Angaben.

Landesbetrieb HessenForst

Hessens Wälder brauchen Pflege, Nutzung und starke Forstleute

Forstminister Ingmar Jung stellt Geschäftsbericht 2024/2025 von HessenForst vor - Waldumbau, nachhaltige Holznutzung und mehr Handlungsspielraum für die Praxis

Hessens Forstminister Ingmar Jung hat heute im Forstamt Rüdesheim den Geschäftsbericht des Landesbetriebs HessenForst für die Jahre 2024 und 2025 vorgestellt. Gemeinsam mit HessenForst-Direktor Dr. Bernhard von Finckenstein zog er Bilanz über zwei Jahre, in denen nach den schweren Waldschäden der Vorjahre Wiederbewaldung, Pflege und der weitere Umbau der hessischen Wälder im Mittelpunkt standen.

„Hessen ist Waldland. Unser Wald ist Lebensraum, Wasserspeicher und Erholungsort. Gleichzeitig ist er Arbeitsplatz und liefert uns mit Holz einen wertvollen nachwachsenden Rohstoff“, sagte Forstminister Ingmar Jung. „Wir wollen unsere Wälder aktiv bewirtschaften und so weiterentwickeln, dass sie auch unter veränderten klimatischen Bedingungen stabil bleiben. Dafür brauchen unsere Försterinnen und Förster Vertrauen, fachlichen Handlungsspielraum und vernünftige Rahmenbedingungen.“

WALDUMBAU BRAUCHT HANDLUNGSSPIELRAUM

Die Folgen der Trockenjahre, Stürme und Insektenschäden seit 2018 prägen die Arbeit im Wald weiterhin. Im Mittelpunkt steht deshalb die Entwicklung vitaler und vielfältiger Mischwälder. Hessen setzt dabei auf ein aktives Waldmanagement und stärkt die forstliche Praxis. Mit mehr Handlungsspielraum und praxistauglichen Rahmenbedingungen sollen die Försterinnen und Förster vor Ort die richtigen Entscheidungen für stabile und leistungsfähige Wälder treffen können. „Wer jeden Tag im Wald arbeitet, weiß am besten, was vor Ort notwendig ist. Diesem Fachwissen wollen wir wieder mehr Raum geben“, sagte Jung. „Ein klimastabiler Wald entsteht nicht durch Stillstand. Er braucht Pflege und aktive Bewirtschaftung. Und dazu gehört selbstverständlich auch die nachhaltige Nutzung von Holz. Gleichzeitig werden mit der Novelle des Hessischen Waldgesetzes erstmals zehn Prozent des Staatswaldes als Naturwaldflächen gesetzlich geschützt. Damit verbinden wir aktives Waldmanagement und Naturschutz und entlasten zugleich kommunale und private Waldbesitzer von zusätzlichen Anforderungen.“

HessenForst hat zugleich seine waldbaulichen Strategien weiterentwickelt. Die 2025 vorgelegte Waldbaufibel berücksichtigt aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, zunehmende Risiken durch Trockenheit sowie Prognosen zur künftigen Wasserverfügbarkeit. Gezielte Holzernte, gesteuerte Waldverjüngung und frühzeitige Pflege sollen einzelne Bäume und ganze Bestände stabilisieren.

HessenForst-Direktor Dr. Bernhard von Finckenstein erklärte: „Der Waldumbau ist eine Generationenaufgabe. Entscheidend ist, dass wir unsere Wälder kontinuierlich pflegen, ihre Vielfalt erhöhen und stabile Bestände entwickeln. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen dafür viel Erfahrung und forstliches Fachwissen mit.“

NACHHALTIGE HOLZNUTZUNG GEHÖRT DAZU

Auch wirtschaftlich entwickelte sich HessenForst in den beiden Berichtsjahren positiv. Die Rohholzerlöse stiegen von 95 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 113 Millionen Euro im Jahr 2025. Gleichzeitig wurden für Wiederbewaldung, Pflege und Waldschutz erhebliche Mittel aufgewendet.

Für Staatsminister Jung gehören Waldumbau und Holznutzung zusammen: „Holz ist einer unserer wichtigsten heimischen und nachwachsenden Rohstoffe. Wir wollen ihn nachhaltig nutzen und Wertschöpfung möglichst hier in Hessen und Deutschland halten. Wer einen klimastabilen Wald will, muss deshalb auch über seine Bewirtschaftung und die Verwendung des dort wachsenden Holzes sprechen.“

WALDUMBAU VOR ORT

Wie diese Entwicklung in der Praxis aussieht, zeigte ein Waldbegang im Forstamt Rüdesheim. Die dort prägende Buche steht zunehmend unter Trockenstress. Im Revier Kammerforst wurden der Umbau geschädigter Buchenbestände, die Förderung verschiedener Mischbaumarten sowie Möglichkeiten einer sicheren und schonenden Bewirtschaftung vorgestellt.

Ein weiterer Schwerpunkt war der Wasserrückhalt im Wald. Durch Versickerungsmulden und Durchlässe im bestehenden Forstwegenetz soll Niederschlagswasser möglichst lange in der Fläche gehalten werden. Damit werden der Wasserhaushalt der Waldbestände sowie zugleich Waldbrand- und Hochwasserschutz unterstützt.

25 JAHRE HESSENFORST

Der Geschäftsbericht erscheint im Jahr des 25-jährigen Bestehens des Landesbetriebs. HessenForst bewirtschaftet rund 340.000 Hektar Staatswald und betreut darüber hinaus rund 18.000 Körperschafts- und Privatwaldbetriebe mit mehr als 276.000 Hektar Waldfläche. Insgesamt betreut der Landesbetrieb damit knapp 70 Prozent der hessischen Waldfläche. Rund 1.880 Menschen waren 2025 bei HessenForst beschäftigt.

„25 Jahre HessenForst stehen vor allem für die Menschen, die sich jeden Tag um unseren Wald kümmern“, sagte Jung. „Ihnen gilt unser Dank. Unsere Forstleute leisten hervorragende Arbeit und tragen große Verantwortung. Aufgabe der Politik ist es, ihnen dafür verlässliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen zu geben.“

Zahlen zum Geschäftsbericht 2024/2025

·           rund 340.000 Hektar Staatswald

·           rund 4,2 Millionen gepflanzte Bäume in den Jahren 2024 und 2025

·           mehr als 2.000 Hektar wiederbewaldete Fläche

·           rund 10.000 Hektar gepflegte junge Waldbestände

·           113 Millionen Euro Rohholzerlöse im Jahr 2025

·           rund 1.880 Beschäftigte bei HessenForst

·           168 abgeschlossene Ausbildungen in den Jahren 2024 und 2025

Forstminister Ingmar Jung steht im Wald vor einem Vortragsplakat und gestikuliert zu seinen Erläuterungen.
Bild 2: Forstminister Ingmar Jung bei der Vorstellung des Geschäftsberichtes des Landesbtriebes HessenForst
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