Lokales Naturschutzkonzept im Forstamt Nidda stärkt Biodiversität und Klimaanpassung

Klimawandel und Artensterben zählen zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Umsetzung wirksamer Naturschutzmaßnahmen auf lokaler Ebene zunehmend an Bedeutung. Der Landesbetrieb HessenForst setzt mit seinen Lokalen Naturschutzkonzepten (LNK) ein klares Zeichen für den Erhalt der biologischen Vielfalt im hessischen Staatswald.

Das Forstamt Nidda in Mittelhessen betreut rund 18.000 Hektar Waldfläche, die von zehn Revierförstereien bewirtschaftet werden. Darüber hinaus verantwortet das Forstamt die Betreuung großer Naturschutzgebiete im Offenland des Auenverbundes Wetterau. Insgesamt werden durch die Funktionsbeschäftigten Naturschutz im Forstamt Nidda 37 Naturschutzgebiete mit einer Fläche von etwa 1.803 Hektar sowie 33 FFH- und Vogelschutzgebiete auf über 10.500 Hektar betreut, darunter auch mehrere Wald-FFH-Gebiete.

Der Landesbetrieb HessenForst arbeitet nach den Vorgaben der Naturschutzleitlinie für den hessischen Staatswald. Ein zentrales Element stellen die lokalen Naturschutzkonzepte dar. Sie werden in enger Zusammenarbeit mit anerkannten Naturschutzverbänden, der oberen Naturschutzbehörde und dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie entwickelt. Diese LNK beziehen sich ausschließlich auf den Staatswald.

Im Fokus stehen einzelne Handlungsfelder mit konkreten Maßnahmen. Diese werden priorisiert und im Laufe der nächsten Jahre umgesetzt. Nach 10 Jahren sollen die umgesetzten Maßnahmen überprüft und das LNK überarbeitet werden. Neben den LNK sind der Schutz von Habitatbäumen, Artenschutz im Wald und Themen rund ums Wasser im Wald weitere Kernelemente der Naturschutzleitlinie.

Ein besonderer Schwerpunkt im Forstamt Nidda liegt auf dem Erhalt und der Pflege wertvoller Lebensräume. Dazu zählen unter anderem rund 140 Waldwiesen mit einer Gesamtfläche von etwa 220 Hektar, die überwiegend durch Mahd und teilweise durch Beweidung gepflegt werden. Diese Flächen stellen wichtige Rückzugsräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten dar.

Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse kommt auch dem Wasserrückhalt im Wald eine zentrale Rolle zu. Bereits seit den 1980er Jahren verfolgt das Forstamt Nidda ein Konzept zur dezentralen Wasserrückhaltung, das kontinuierlich weiterentwickelt wird, um den Herausforderungen von Starkregen und Trockenperioden wirksam zu begegnen.

Ein weiterer Baustein ist die Ausweisung von Naturwaldentwicklungsflächen, die mittlerweile knapp zehn Prozent der Staatswaldfläche im Zuständigkeitsbereich des Forstamts ausmachen. Diese Flächen werden nicht bewirtschaftet und ermöglichen eine natürliche Waldentwicklung, die für den Erhalt der Artenvielfalt von großer Bedeutung ist.

Darüber hinaus engagiert sich das Forstamt Nidda im Rahmen von Arten- und Habitatpatenschaften gezielt für besonders schützenswerte Arten und Lebensräume, darunter der Hirschkäfer, der Laubfrosch sowie die Mopsfledermaus und verschiedene Feuchtbiotope und Waldteiche.

„Mit der Erstellung des Lokalen Naturschutzkonzeptes führen wir etwas fort, was im Forstamt Nidda jahrzehntelange Tradition hat: den Schutz sensibler Arten sowie die Anlage und Pflege wertvoller Lebensräume, zugeschnitten auf unsere örtlichen Gegebenheiten“, erklärt Jonas Woelcke, Funktionsbeschäftigter Naturschutz im Forstamt Nidda.

Der Landesbetrieb HessenForst unterstreicht mit dem Lokalen Naturschutzkonzept seine Verantwortung als größter Waldbewirtschafter Hessens und leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt sowie zur nachhaltigen Anpassung der Wälder an den Klimawandel.

Schlagworte zum Thema