Vortrag vor mehreren Personen. Ein Redner spricht vor einer Leinwand, auf der Vortragsinhalte zu sehen sind.

Der Wald der Zukunft – das Holz von morgen

Welche Bäume werden künftig in unseren Wäldern wachsen? Wie können Wälder auf Trockenheit, Hitze und andere Folgen des Klimawandels vorbereitet werden? Und was bedeutet der Wandel der Baumarten für den Rohstoff Holz, den unsere Gesellschaft auch In Zukunft benötigt?

Ein gut gefüllter Saal im Schloss Neuenstein, interessierte Gäste und ein reger Austausch: Die Veranstaltung „Wald & Gesellschaft – Der Wald im Klimawandel und das Holzangebot von morgen“ der Forstämter Bad Hersfeld, Neukirchen und Rotenburg zeigte vor allem eines: Der Klimawandel verändert nicht nur den Wald, sondern die gesamte Wertschöpfungskette Forst und Holz.

Der Klimawandel zwingt uns dazu, bei der Entwicklung unserer Wälder weit vorauszudenken. Dabei gibt es nicht die eine Baumart oder das eine Rezept. Entscheidend sind standortgerechte, vielfältige Wälder, mit denen wir Risiken möglichst breit verteilen“, fasste Forstamtsleiter Steffen Wildmann eine zentrale Botschaft des Abends zusammen. Oliver Scholz ergänzte: „Die Herausforderungen betreffen Waldbesitzer, Forstbetriebe, Unternehmer und Holzindustrie gleichermaßen. Umso wichtiger ist es, dass das Cluster Forst und Holz jetzt noch enger zusammenrückt.“

Wie unterschiedlich die notwendigen Anpassungen aussehen, zeigten die eingeladenen Referenten aus Wissenschaft und Praxis. Dr. Johannes Weidig von HessenForst erläuterte waldbauliche Strategien für klimaangepasste, multifunktionale Mischwälder mit größerer Baumartenvielfalt. Der Waldumbau brauche dabei einen langen Atem: „Das ist ein Ultramarathon und kein Sprint.“ Tatsächlich verfolgt HessenForst langfristig struktur- und artenreiche Mischwälder und prüft zugleich zusätzliche Baumarten, um Klimarisiken breiter zu verteilen.

Für die Holzindustrie zeigten Martin Paul und Markus Fahrenbach von der Firma EGGERÖffnet sich in einem neuen Fenster Holzwerkstoffe, wie sich Verarbeitung und Produkte an ein verändertes Holzangebot anpassen müssen. Das Werk Brilon verarbeitet überwiegend Rundholz aus heimischen Wäldern; zugleich sollen innovative Holzverarbeitungsverfahren eine effizientere Nutzung des sich verknappenden Rundholzangebotes ermöglichen. Beispiel dafür ist die EcoBox, bei dem Schnittholz aus Brilon mit OSB und Holzfaserdämmung zu einem ressourceneffizienten Holzbauteil kombiniert wird.

Frank Holstein vom Forstbetrieb HolsteinÖffnet sich in einem neuen Fenster machte deutlich, dass auch die Forstunternehmen ihr Dienstleistungsangebot, die Qualifikation ihrer Beschäftigten und ihren Maschinenpark fortlaufend an neue Anforderungen anpassen müssen.  Zudem ergeben sich aus den aktuell klimageschwächten Laubholzbeständen zusätzliche Gefahrenpotenziale bei der Aufarbeitung, die stets mitbeachtet werden müssten.

Für HessenForst stellte Timo Eifert die Perspektive des Rohholzanbieters dar: Veränderte Wälder werden langfristig auch ein verändertes Holzangebot hervorbringen. Darauf wollen sich HessenForst und seine Kunden gemeinsam einstellen.

Das Fazit des Abends war deshalb eindeutig: Abwarten ist keine Option. Vielfalt, Innovation und die Bereitschaft zur Veränderung sind die Schlüssel bei der Anpassung an den Klimawandel – im Wald ebenso wie bei Ernte, Verarbeitung und Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes Holz.

 

Schlagworte zum Thema