Ein Jahr im Wald hat Marvin Freund geprägt: Der 20-Jährige absolvierte sein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Forstamt Rotenburg und möchte nun auch beruflich im Forst bleiben.

Der Wald verändert seinen Blick

Bundesfreiwilligendienst: Marvin Freund sammelte im Forstamt neue Erfahrungen.

Rotenburg – Ein Jahr im Wald hat Marvin Freund nicht nur viele praktische Erfahrungen beschert, sondern auch seine berufliche Zukunft geprägt. Der junge Mann absolvierte seinen ökologischen Bundesfreiwilligendienst beiHessenForst im Forstamt Rotenburg und ist sich heute sicher: „Ich kann mir kaum noch vorstellen, etwas anderes zu machen.“

Der 20-Jährige aus Knüllwald-Appenfeld, der am Theodor-Heuss-Gymnasium in Homberg (Efze) sein Abitur abgelegt hat, ist seit dem 1. August 2025 alsTeilnehmer einesFreiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) im Forstamt Rotenburg tätig. Als er seinen Freiwilligendienst begann,wollte Marvin Freund zunächst herausfinden, ob die Arbeit im Forst überhaupt zu ihm passt. „Nach einem Jahr voller neuer Erfahrungen,Herausforderungen und spannender Einblicke kann ich sagen, dass ich meine Antwort gefunden habe“, sagt er begeistert.

Während seines Freiwilligendienstes lernte er die unterschiedlichsten Bereiche der Forstwirtschaft und die gemeinsame Zusammenarbeit alsTeam kennen. Er half bei der Pflege junger Waldbestände, begleitete Pflanzaktionen und Walderlebnistage mit Kindern, unterstützte die Holzernte und den Jagdbetrieb und erhielt Einblicke in den Arbeitsalltag vonFörstern und Forstwirten. Gerade die Abwechslung habe ihn begeistert. „Kein Tag war wie der andere“, berichtet Freund. Mal stand die Pflege junger Eichen im Mittelpunkt, mal die Vorbereitung von Laubholzbeständen für die Stammholzernte. Auch die Holzernte mit der Motorsäge sowie verschiedene Naturschutzmaßnahmen gehörten zu seinen Aufgaben.

Neben den praktischen Tätigkeiten habe er vor allem viel über den Wald und seine ökologischen Zusammenhänge gelernt. „Durch die Arbeit im Wald habe ich gelernt, die Natur mit anderen Augen zu sehen“,beschreibt er seine Erfahrungen. Die Veränderungen der Jahreszeiten, das Wachstum junger Bäume oder die Folgen von Trockenheit habe er unmittelbar miterlebt. Dadurch sei sein Verständnis für den Wald und dessen Bedeutung deutlich gewachsen. Dass die Arbeit im Forst nicht immer einfach ist, verschweigt der ehemalige Bundesfreiwilligendienstleistende nicht. An heißen Sommertagen sei die körperliche Arbeit ebenso anstrengend gewesen wie Einsätze bei Regen oder Kälte. Dennoch hätten gerade diese Erfahrungen seinen Respekt vor den Menschen gestärkt, die sich täglich für unseren Wald einsetzen“.

Rückblickend sei der Freiwilligendienst weit mehr alsnur ein Orientierungsjahr gewesen. „Aus der anfänglichen Frage,ob der Forstbereich das Richtige für mich ist, wurde eine klare Überzeugung“,sagt Freund. Er habe nicht nur praktische Fähigkeiten erworben, sondern auch einen realistischen Einblick in den Berufsalltag erhalten. Deshalb könne er einen ökologischen Bundesfreiwilligendienst allen empfehlen,die sich für Natur, Umwelt und praktische Arbeit interessieren.

Info: Wer selbst ähnliche Erfahrungen sammeln möchte, hat dazu auch im kommenden Jahr Gelegenheit. Das Forstamt Rotenburg bietet gemeinsam mit der Diakonie Hessen erneut Freiwilligendienststellen für den Jahrgang 2026/2027 an. Interessierte könnensich direkt an das Forstamt Rotenburg wenden und erhalten dort weitere Informationen zu Bewerbung und Ablauf des Freiwilligen Ökologischen Jahres. 

 

Text: CAROLIN EBERTH / HNA

Schlagworte zum Thema