Am Dienstag den 21. April 2026 fand am Katzenteich in Grebenhain eine gemeinschaftliche Naturschutzaktion des Forstamts Schotten, des Angelsportvereins Grebenhain sowie der Klasse 8Rb der Schule Grebenhain statt. Ziel der Veranstaltung war es, Bäume vor Nageschäden durch den Biber zu schützen und gleichzeitig Wissen über das heimische Ökosystem zu vermitteln.
Nach der Begrüßung durch Stefan Kromer, Bereichsleiter „Dienstleistung und Hoheit“ am Forstamt Schotten, erhielten die Teilnehmenden zunächst eine fachliche Einführung von Marcus Engel (Funktionsbeschäftigter Naturschutz, Forstamt Schotten) und Edgar Schramm (NABU Vogelsbergkreis). Sie erläutern die Biologie und Ökologie des Bibers, eines streng geschützten Nagetiers, das in Deutschland lange Zeit als ausgestorben galt und sich seit einigen Jahrzehnten wieder erfolgreich ausbreitet.
Der Biber (Castor fiber) ist das größte Nagetier Europas und spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem. Durch seine Bautätigkeit gestaltet er Lebensräume aktiv um: Er fällt Bäume, staut Gewässer und schafft so neue Feuchtbiotope. Diese Veränderungen fördern die Biodiversität, da zahlreiche Tier- und Pflanzenarten von den neu entstehenden Lebensräumen profitieren. Gleichzeitig tragen Biberdämme zur Verbesserung des Wasserrückhalts in der Landschaft bei und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum natürlichen Hochwasserschutz sowie zur Stabilisierung von Gewässerökosystemen.
Marcus Engel ging auch auf die Ausbreitung des Bibers in Hessen ein. Seit seiner Wiederansiedlung Ende der 80er Jahre im hessischen Spessart hat sich die Population kontinuierlich entwickelt und neue Lebensräume erschlossen – auch in der Region Vogelsberg. Dabei kommt es jedoch immer wieder zu Nutzungskonflikten, etwa wenn Biber durch das Fällen von Bäumen Schäden verursachen. Genau hier setzt die Aktion an: Durch gezielte Schutzmaßnahmen wie das Anbringen von Verbissschutz sollen wertvolle Bäume erhalten und gleichzeitig ein konfliktarmes Zusammenleben ermöglicht werden.
Im Anschluss stellte Rene Maibaum vom Angelsportverein Grebenhain die Bewirtschaftung des Angelteichs vor. Er erläuterte die Aufgaben des Angelsportvereins, insbesondere die Pflege des Gewässers, den Fischbesatz sowie die Bedeutung der uferbegleitenden Gehölze für die Fische. Darüber hinaus nutzte er die Gelegenheit, für den Verein zu werben und Interessierte zur aktiven Mitarbeit einzuladen. Besonders hob er hervor, wie wichtig das Engagement von Nachwuchs und naturinteressierten Bürgerinnen und Bürgern für den Erhalt solcher Anlagen ist.
Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse beteiligten sich im praktischen Teil der Veranstaltung aktiv am Anbringen von Schutzvorrichtungen. In Kleingruppen wurden ausgewählte Bäume mit einem stabilen Gitterkorb aus Estrichmatten und Robinienstäben umbaut und somit vor den Nagetätigkeiten des Bibers geschützt. Dabei konnten sie ihr zuvor erworbenes Wissen direkt anwenden und einen konkreten Beitrag zum Naturschutz leisten.
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie durch Zusammenarbeit von Behörden, Vereinen und Schulen nachhaltige Lösungen für den Umgang mit Wildtieren entwickelt und gleichzeitig Umweltbildung gefördert werden kann.