500 Jahre alte Kroneiche im Rev. Zugmantel

Monatsbericht FÖJ November

Monatsbericht der Beiden FÖJ´ler des Forstamtes Wiesbaden-Chauseehaus.

November, ein Monat welcher uns viel Trubel bescherte. Der Monat begann für uns FÖJ´ler im wunderschönen Revier Zugmantel, wo wir das im Bestand liegendes Holz vermessen und aufnehmen durften. Wir teilten uns die Aufgaben auf, um effizient zu arbeiten. Till gab mir das Ende vom Maßband und ging den Stamm entlang, um zu messen wie lang dieser war. Im Großen und Ganzen handele es sich hier um Fichte, Lärche (Containerlängen) und ab und an fanden wir auch mal eine Douglasie. Beim Messen eines Stammes ist es wichtig zu beachten, dass man vom Fußende zum Zopfende (oberes, dünnes Ende) misst. Dies tat Till und sagte mir die Länge, welche dann mit Ölkreide auf dem Stamm notiert wurde. Als nächstes ging es ans Messen des Durchmessers des Stammes. Dazu begibt man sich zur Mitte des Baumes und misst mit einer Kluppe einmal die Höhe und einmal die Breite an dieser Stelle. Der Mittelwert aus beiden ist dann der Durchmesser des Stammes, welcher ebenfalls am Stammende notiert wird. Der Zweck dieser Aufgabe war, dass Holz zu vermessen, bevor der Rücker es aus dem Bestand zu einem Polter am Wegrand rückt. Dann kann man das Holz nicht mehr vermessen, aber der Förster braucht von jedem Stamm Länge und Durchmesser, um das Holz mit dem Tablet ins System einzupflegen. Nur so kann es an Brennholzkunden verkauft werden oder weiter transportiert werden zu Sägewerken oder anderes Kunden. Während der Holzaufnahme hatten wir auch einige Male die Gelegenheit einem Rücker beim Arbeiten zuzusehen. Die über 20 Tonnen schwere Maschine kann bis zu 18 Tonnen Holz laden. Ein beeindruckendes Arbeitsmittel.

Till beim Messen des Durchmessers

Ein besonderes Ereignis diesen Monat war auf jeden Fall die Regiejagd im Revier Niedernhausen. Dort begaben wir uns zusammen mit dem hiesigen Revierleiter und Jäger in der Abend- und Morgendämmerung auf den Hochsitz. Dort saßen wir für einige Stunden dick angezogen mit warmem Tee und warteten auf das Wild. Wir beschäftigten uns im Vorfeld mit dem Thema Jagd und kamen zu dem Schluss, dass wir eine Ansitzjagd besser finden als die sonst praktizierte Treibjagt. Bei der Treibjagt werden wie der Name schon sagt, die Tiere mit Hunden und Treibern (Menschen die durch den Wald gehen) aus ihren Verstecken getrieben und in Richtung des Jägers gescheucht. Dies ist für die Tiere natürlich eine Stresssituation bevor es dann mit ihnen zu Ende geht. Mit diesem Verfahren werden potentiell mehr Tiere erlegt, also eine größere Strecke (Jägersprache: Aufreihung der erlegten Stücke) geschossen. Bei der Ansitzjagd sitzt der Jäger auf dem Hochsitz und wartet auf das Wild. Wenn es dann am Waldrand oder auf einer Lichtung auftaucht, um zum Beispiel zu äsen, wird es geschossen. Das Wild steht bei diesem Verfahren ruhig da und der Jäger kann besser zielen, um das Wild gut und schnell erlegen zu können. Außerdem wird das Tier vorher nicht in eine solche Stresssituation versetzt, wie bei der Treibjagd.

Leider oder eher zum Glück des Wildes, wurde nichts geschossen als wir mit Ansitzen waren. Den ersten Kontakt mit erlegtem Wild hatten Till und ich als ein paar Tage später Herr Dries (Revierleitung Niedernhausen) mit zwei erlegten Böcken zum Forstamt kam. Wir halfen das Wild in der Wildkammer aufzuhängen und die Köpfe zu entfernen. Außerdem wurde uns ein wenig zur Bürokratie hinter der Jagd erklärt. Das war sehr interessant.

Weiter ging es für uns im November mit dem Kettensägenschein für Liegendholz. Dazu fuhren Till und ich nach Steinbach am Taunus. Dort nahmen wir über die Akademie Nordforst an einem Sägenkurs teil. Wir begannen mit zwei Theorieblöcken, welche die Themen Aufbau und Funktion der Kettensäge, Schutzvorrichtungen, Schutzausrüstung und richtige Handhabung der Säge beinhalteten. Im dritten Teil lernten wir praktisch verschiedene Schnitttechniken wie den Schnitt mit auslaufender sowie einlaufender Kette und den Stechschnitt. Am Ende folgte eine kurze Theorieprüfung, welche wir natürlich bestanden. So können wir uns nun stolz Besitzer eines Kettensägenscheines nennen. Der Kurs und das Sägen an sich machten uns sehr viel Spaß und so freuen wir uns in Zukunft für das Forstamt Aufgaben mit Säge erledigen zu dürfen.

Natürlich gab es auch kleine Aufgaben, die wir zwischendurch erledigten, welche auch häufiger anstehen. Dazu gehört das Aufnehmen von Poltern ins System und das Auszeichnen von Rückegassen oder auch das Sauberhalten des Waldes. Ein paar ausstehender Aufgaben sind zum einen das Einsammeln von Polynet und Folien im Wald sowie das Kontrollieren und Sammeln von Verbissschützen von gepflanzten Linden.

500 Jahre alte Kroneiche im Rev. Zugmantel

Ein schon im Oktober angesprochenes Projekt fand nun auch endlich seinen Abschluss. Ende November beendeten wir unsere Arbeit auf der Weihnachtsbaumplantage im Revier Waldems. Wir befreiten alle vier Gatter von den aussortierten umgeschnittenen Bäumen und so kann dort nun der Weihnachtsbaumverkauf im Dezember beginnen.

Eine weitere spannende Angelegenheit war das Freischneiden eines zugewachsenen Steinbruchs im Revier Chausseehaus. Till und ich durften mit den Freischneidern der Forstwirte den Steinbruch von Brombeeren und Rubiniensprösslingen befreien, da dort die seltene Äskulapnatter lebt, welche es im Sommer warm und hell braucht. Jetzt im November ist die Schlange in ihren unterirdischen Winterquartierhöhlen und kann beim Freischneiden nicht gestört werden. Nachdem wir das getan hatten, folgte das Freischneiden einer Lindenallee. Die Linden wurden entlang eines Waldweges gepflanzt und mit Wuchshülsen versehen, um die Jungbäume vor Fraßschäden zu bewahren. Auch hier mussten Brombeeren und Co entfernt werden.

Till beim Freischneiden eines Lindensetzlings

Den Abschluss fand der Monat mit einer sehr kreativen Aufgabe. Wir durften ein Werbeplakat für den Weihnachtsbaumverkauf des Revier Zugmantel entwerfen und malen. Wir sind sehr gespannt wie der Verkauf im Dezember starten wird und freuen uns schon dabei helfen zu dürfen.

 

Till und Gilliane

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