Ein Feuersalamander auf einem mit Moos bedecktem Stein blickt den Betrachter an..

Offene Projekte

Freie Bahn für Lurchi und seine Freunde - Furt für den Stockheimer Bach

Hintergrund

Über den fünf Kilometer langen Stockheimer Bach bei Usingen im Forstamt Weilrod führt ein beliebter Wander- und wichtiger Holzabfuhrweg, die Reitschneise. Damit Wanderinnen und Wanderer trockenen Fußes über den Bach kommen und die Holzabfuhr gut funktioniert wurde der natürliche Bach vor vielen Jahrzehnten durch ein Betonrohr, einen sogenannten Durchlass, geleitet. 

Kanalrohr im Wald verhindert Wanderungsbewegung für Wasser-abhängige Tier und soll zurückgebaut werden. Innen- und Außenansicht Kanalrohr
Der natürliche Wasserlauf ist abgeschnitten und es ist sehr gut zu sehen: Das Kanalrohr führt den Bach unter den Wanderweg. In die dunkle Röhre trauen sich viele Tiere nicht hinein. Das künstliche Bachbett ist zu glatt und das Wasser fließt zu unge-bremst.
Kanalrohr im Wald verhindert Wanderungsbewegung für Wasser-abhängige Tier und soll zurückgebaut werden. Innen- und Außenansicht Kanalrohr
Hier schaut Lurchi in die Röhre...

Solche Rohre sind zwar für Menschen praktisch, aber für viele Wasser gebundene Organismen ein unüberwindliches Wanderhindernis. Für sie wird der Bach dadurch förmlich in zwei Teile geschnitten. Denn ein natürliches Bachbett bietet gerade kleinen Tierchen Möglichkeiten z. B. hinter einem Stein zu verschnaufen, bevor die Wanderung gegen die Strömung weiter geht. So ein Stein in einem Bach als natürliches Hindernis kann aber auch die rasende Rutschpartie Bachabwärts bremsen. Viele Tiere verlieren in den langen, dunklen Röhren eines Kanals die Orientierung, kommen nicht wieder raus oder trauen sich gar nicht erst hinein. Im Dunkel des Kanalrohrs können zudem viele Fressfeinde lauern.

Die unterbrochene Wanderbewegungen bedeuten eine Verarmung der Biodiversität im Wald. Denn die Fortpflanzung der Arten ist gefährdet und der genetische Austausch findet nicht mehr statt. In Folge ist das Überleben ganzer Populationen gefährdet.

Erdkröte am Gewässerrand.
Die Erdkröte ist ebenfalls eine Wanderin

Bei starkem Gewitterregen staut sich das Wasser vor dem Rohr und fließt sogar über den Weg ab. Dabei schwemmt Material aus dem Weg und wird weiter unten im Bachlauf wieder abgelagert. So entsteht dann das nächste Wanderhindernis, ein Sedimentblock.

Das können und wollen wir gerne besser machen.
 

Maßnahmen

Schon unsere fußläufigen und zu Pferd mobilen Vorfahren wussten, dass man Bäche und Flüsse am besten an einer seichten Stelle, einer Furt überquert. 

So soll es aussehen, eine Furt auf einem Waldweg mit kleinen Schottersteinen. Eine Furt ist eine Flachstelle z. B. in einem Bachlauf.
Soll-Zustand: Furt über einen Waldweg, der an den Seiten von Menschen passiert werden kann.

Der Stockheimer Bach soll zukünftig über den Weg geleitet werden. Das bedeutet freie Bahn für Lurchi und seine Freunde – und nasse Füße für uns Menschen, aber mit gutem Schuhwerk können wir dem ja im wahrsten Sinne des Wortes entgegen treten …

Molch im Wasser
Freies Laufen für freie Tiere – wichtig für Feuersalaman-der und Molch, aber auch für Wasserskorpione, Stein-krebse oder ´zig andere Kleinstlebewesen

Für die Errichtung der Fuhrt muss das Betonrohr ausgebaut, der Weg abgeflacht und eine Furt mit groben Steinen gebaut werden.

 

Kosten

Die Gesamt kosten belaufen sich auf ca. 9.000 Euro aufgeteilt in verschiedene Arbeitsschritte (zzgl. MwSt.).

Maßnahmen

Kosten

(in €; zzgl. MwSt.)

Ausbauen und entsorgen des Betonrohres2.000
Abflachen des Weges und einbauen von groben Steinschotter5.500
Material (Steine)1.500

Zeithorizont

Die beste Zeit für Arbeiten am Wasser ist der Herbst oder das zeitige Frühjahr.

 

Sprechen Sie uns an und unterstützen Sie dieses wertvolle Biodiversitäts- und Wasserschutzprojekt!

Feuersalamander auf Buchenlaub im Wald.
Der Feuersalamander ist ein Schwanzlurch. Er lebt in Laub- und Mischwaldgebieten mit naturnahen Bachläufen.

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